Unser Klassenzimmer
(Beschreibung eines Schülers)

Die heitere und farbenreiche Schönheit dieses Lehrzimmers stellt für mich einen Gegensatz zu den ernsten romanischen und gotischen Zimmern dar.

Eine ähnliche Decke mit ihren weißen, blauen und goldenen Farben, verziert mit vieleckigen und vertieften Feldern, findet man im Palazzo Massimi von Baldassare Peruzzi. Die Mauerstreifen haben ihre Vorlage im Ospidaletto (Krankenhaus) zu Venedig.

Eine Nachahmung eines Seitenhalters im Dome zu Fünfkirchen (Ungarn), den König Bela IV im 13. Jh. erbauen ließ, stellt die Türumrahmung dar. Ober der Tür findet man ein halbkreisförmiges Feld, in dem zwei Engel, begleitet von einer Madonna, verweilen. Die Tür selbst ist mit kunstvollen Verzierungen geschmückt, nachgebaut dem Portal eines Karthäuserklosters in Pavia. Über der Tür steht „LABOR OMINA VINCIT“ geschrieben, das heißt: „Die Arbeit besiegt alles.“ Nicht immer erfüllen wir Schüler diesen Leitspruch.

Der Kasten, ebenfalls mit Schnitzerein und Holzeinlegekunst verziert, besitzt eine Reliefschnitzerei in Form von Kassetten. Ein Lehrtisch weist ebenfalls eine Reliefschnitzerei auf. Diese hochentwickelte Art der Holzeinlegekunst ist ein klares Kennzeichen für die römische Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts. Ein  mit Leder überzogener Sessel lädt zum Sitzen ein.